P1160639 Was für ein Wetter am Sonntag, Sonne und Wärme lösten die ersten Frühlingsgefühle aus. Da bleibt kein Wanderer zu Hause. Der Morgen fing jedoch mit Hindernissen an. Die Bahn fuhr nicht, Schaden am Stellwerk. Der Schienenerzatzverkehr fuhr jedoch nur bis Rhöndorf, keine Weiterfahrt in Rhöndorf mit dem Zug. Doch da war noch die Straßenbahn. Mit Verspätung kamen wir dann in Niederdollendorf an, wo noch

andere Wanderer auf uns warteten. Nach herzlicher Begrüßung durch unsere Wanderführer startet unsere Wanderung über den Mühlenweg ins Siebengebirge. Der Weg schlängelt sich am plätschernden Mühlenbach durch Buchenwald und Wiesen zum Kloster Heisterbach. Dort hatten wir 20 Minuten, um das Klostergelände zu erkunden. Von Kloster Heisterbach geht es auf Serpentinenpfaden Richtung Weilberg.

Der Weilberg ist mit seinen 247 Metern Höhe einer der östlichen Randberge des Siebengebirges. Hier wurde früher Basalt gebrochen. Übrig geblieben ist u.a. ein kleiner See, der malerisch im Krater des ehemaligen Vulkans liegt. Der weitere Wegverlauf führt uns über Wirtschaftswege Richtung Stenzelberg.

Ein schmaler Trampelpfad schlängelt sich durch eine unwirkliche Landschaft. Auf der linken Seite fasziniert das weite Panorama von Bonn wie auf einer Postkarte. Rechts vom Weg stehen bis zu acht Meter hohe Felswände mitten im Wald. Der Blick von unten lässt erahnen, dass sie ein Plateau bilden. Bäume wachsen fast senkrecht über die Klippe hinaus - einfach großartig!

Der Stenzelberg wurde seit dem 11. Jahrhundert als Steinbruch für Quarz-Latit genutzt. Das Gestein wurde für die Propsteikirche in Oberpleis, die Nikolauskapelle und das Bonner Münster genutzt, später auch für die Kirchen in Niederdollendorf, Oberdollendorf  und Asbach. Nach Stilllegung der Brüche 1931 hat sich am Stenzelberg eine charakteristische Landschaft eines Trockenbiotops entwickelt. Insbesondere die steilen Felswände und freistehenden Umläufer machten den Berg zu einem beliebten Klettergebiet. Seit 2005 ist das Klettern am Stenzelberg aber ausdrücklich verboten.

Rechtzeitig zur Mittagsrast war den Wanderfreunden die wärmende Frühlingssonne hochwillkommen.

Alles, was eine Rucksackverpflegung so hergab wurde ausgepackt, es gab auch einige Geburtstage nachzuholen. Mit Sonne verwöhnt und gestärkt durchstreifen wir entlang von Steilwän­den und tiefen Felsschluchten die wilden Steinbrüche. Beeindruckt von den verwunschenen Steinriesen steuern wir die obere Terrasse an. Noch ein kurzer steiler Anstieg und nichts konnte diese Aussicht noch toppen, vor uns lag der Rheingraben mit Aussichten auf  Bonn bis Köln. Ein schöner Platz zum verweilen und genießen.

Durch versteckte Waldwege führte uns der Weg hinauf  zur Burgruine Rosenau. Oben angekommen gibt es zwar nicht die Wahnsinnsaussicht, jedoch einen guten Blick auf den Ölberg, ins Rheintal und auf Bad Godesberg auf der anderen Seite. Es geht weiter am Einkehrhaus vorbei durch herrlichen Mischwald zum Petersberg

Vorbei an der kleinen Kapelle und dem imposanten Hotel geht es weiter auf dem Rheinsteig hinab nach Niederdollendorf. Doch vorher erhaschen wir noch einen Blick in die Kapelle und genießen von der Aussichtsplattform die wunderbare Aussicht auf den Rhein und den Drachenfels mit Drachenburg.

Eine abwechslungsreiche, spannende Abenteuer-Tour lassen wir in einem gemütlichen Gasthof bei gutem Essen und Trinken ausklingen

Ein herzliches Dankeschön für die Organisation und Durchführung dieser traumhaften Wanderung an unsere Wanderführer Irmhild und Berthold

 

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