P1240495 Eine weite Anreise mit der Bahn hat sich für 15 Wanderfreunde gelohnt, diese aussichtsreiche Rundwanderung durch das romantische Nahetal mit zahlreichen Highlights um den Rotenfels, eine beeindruckende Steilklippe zu erwandern. Wir hatten Kaiserwetter mit heissen sommerlichen Temperaturen. In Bad Münster am Stein angekommen machte sich die gruppe auch schon auf den Weg. Durch das Huttental führt die

Vitaltour uns zum Naheufer und einer Rarität, nämlich einer handgezogenen Fähre, die Bad Münster mit der engen Schlucht unterhalb des Rheingrafen-steins verbindet und uns auf das gegenüberliegende Ufer übersetzt. Aus Eisenbahnschwellen gebaute Stufen, diese Stufen ist eine Qual, steigen wir hinauf auf die Felsformationen der Gans und weiter zur Sternwarte Bad Kreuznach.

Seit vielen Jahren bieten ehrenamtliche Mitglieder die Möglichkeit, Sonnenbeobachtung unter professioneller Anleitung durchzuführen. Es können im sichtbaren Bereich des Spektrums der Sonne ihre Sonnenflecken und Protuberanzen betrachtet werden.

Beeindruckend von der Macht und Größe der Sonne nach der Besichtigung setzten wir die Wanderung fort.

Auf dem Bergrücken führt der weitere Weg auf steinigem Felsen durch einen Kiefernwald bis zu einem Plato, wo wir unsere Mittagsrast halten, auch hier atemberaubende Blicke in die Ferne. Gut gestärkt und voller Tatendrang machen wir uns auf kleinen schattigen Pfaden wieder auf den Weg, der bergab nach Bad Kreuznach führt.

Bevor es wieder Bergauf geht haben wir die Möglichkeit uns die Salinen anzusehen. Durch Mischwald bewältigen wir den Anstieg bis zum Rotenfelsmassiv. Es verschlägt uns den Atem, hier genießen wir eine Vielfalt von Panoramablicken, ein Landschaftserlebnis pur mit spektakulären Aussichten auf das idyllische Nahetal.

Das zwei Kilometer lange Porphyr-Felsmassiv steht unter Naturschutz und ist mit 202 Metern die höchste Steilwand zwischen den Alpen und Skandinavien. Von oben sieht man weit in die Nahe-Region und hinab auf Bad Münster am Stein-Ebernburg.

Heute sind Kletterer in den Steilhängen unterwegs, da die Temoeraturen zum Klettern an den Wänden zu heiß sind. Hier genießen wir das mächtige Felsmassiv, bevor wir den Abstieg nach Bad Münster antreten.

Der Abstieg verläuft steil über Schotter und Felsen, an einem Weinberg vorbei zu den Orten Treisen, Norheim und dem Stadtteil Ebernburg wo die gleichnamige Burg thront, die heute evangelische Familienferien- und Bildungsstätte ist. Die 1338 vom Grafen von Sponheim und dem Raugrafen erbaute Burg ging als „Herberge der Gerechtigkeit“ in die Geschichte ein. Sie war Stammsitz des berühmten Reichsritters Franz von Sickingen, der in der Reformationszeit vielen Verfolgten, zum Beispiel Ulrich von Hutten, Schutz bot.

Heute lassen wir die Burg aus zeitlichen Gründen links liegen und begeben uns zur Einkehr, wo wir uns schon auf eine kühle Erfrischung freuten.

Mit der Bahn ging es wieder Richtung Heimat. Schon in Bad Kreuznach mussten wie wegen eines Defektes an der Lok den Zug wechseln. Unterwegs blieb der Zug dann noch einmal stehen, es ging nicht weiter. Nach Informationen durch den Lokführer war die Strecke nicht befahrbar, da ein Heißluftballon in der Oberleitung gelandet ist. Also mussten wir nach Bingen zurück, dort haben wir erfahren, dass uns die Bahn über Mainz nach Koblenz bringen würde. Eine Sonderfahrt für den Eifelverein Linz.

Auf dieser spannenden Wanderung erlebten wir einen bedeutenden Ausschnitt des Naturraumes Nahetal in seiner einmaligen Schönheit und Vielfalt und durchwanderten die zwei Naturschutzgebiete „Gans, Rheingrafenstein“ und „Rotenfels“ im engen Tal der Nahe zwischen den beiden Städten.
Mit vielen Eindrücken fahren wir nach Linz zurück und wir waren uns alle einig, dass sich die weite Anreise trotz der gelohnt hat.

Ein herzliches Dankeschön für die Organisation und Durchführung der landschaftlich schönen Wanderung an unseren Wanderführer Heinz.